"was ist HPV"

Aktualisiert: 13. Dez 2019

Das humane Papillomavirus klingt erstmal nach einem schlechten Pokemon. Harmlos und lustig ist es aber ganz und gar nicht. Dieses Virus kann unter Umständen zu Krebs führen. Und es kommt nicht allein. Denn der Begriff HPV ist ähnlich wie „Hund“... ein Überbegriff, der viele Unterarten beinhaltet. Das Aggressionspotenzial eines Golden Retriever vergleicht man auch nicht mit dem eines Pit Bull Terrier.

So gibt es auch zwischen HPV Arten entscheidende Unterschieden. Die einen machen harmlose Warzen, andere bösartige Entartungen, welche später zu dem führen, wovor wir alle Angst haben. Krebs.


Wie jedes andere Virus nutzt auch HPV die Gastfreundlichkeit unseres Körpers aus. HPV wird herzlich eingeladen durch ungeschützten Sex, mangelnde Vorsorge (siehe hierzu auch den Blogpost zum Thema „Vorsorge“), dann macht er es sich herrlich gemütlich, schleust sein Genom in unsere DNS ein, lehnt sich zurück und lässt seine mitunter gefährlichen Bausteine durch unsere Zellen herstellen. Läuft bei HPV.


Harald zur Hausen hat dies herausgefunden und damit eine neue Epoche der Prävention von Krebs eingeleitet. Nebenbei hat er für diese Erkenntnis 2008 natürlich auch den Nobelpreis bekommen.


Heutzutage gibt es Impfstoffe, die - nach heutigem Stand - gegen die gefährlichsten Unterarten gerichtet sind. Diese Impfstoffe wirken aber nur präventiv. Man muss sie also vor Infektion verabreicht haben. Man hat dann also vor einigen Jahren (2006) durchgesetzt, dass Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen HPV, also gegen eine mögliche Ursache für Krebs, geimpft werden sollen. Die Jungs durften dann schließlich 12 Jahre später auch mal geimpft werden. Eine Debatte, die sehr an den Sündenfall um Adam und Eva erinnerte. Zurück zur Sache. Der erste Impfstoff gegen Krebs im weitesten Sinne also. Tolle Sache, oder? Super Sache! Nur macht leider kaum jemand mit. Die Medien haben die Impfstoffe öffentlich zerpflückt, haben falsche Daten publiziert und Unsicherheiten geschürt. Mütter und Väter bekamen Angst und Sorge ihre Töchter und Söhne impfen zu lassen. Die Impfrate in Deutschland ist unterirdisch. Natürlich gilt es Impfstoffe in ihrer Notwendigkeit auch ein Stück weit zu hinterfragen, aber Leute: Diese macht einfach nur Sinn und hilft unseren Kindern mittelfristig die Gebärmutterhalskrebsrate und andere Krebsentitäten zu senken.

Wir leben in Deutschland. Hier bekommt jedes Reiskorn ein eigenes Gütesiegel und wird vielfach geprüft bist es auf dem deutschen Teller landet. Glaubt ihr wirklich, dass ein Impfstoff, welcher durch die Mühlen der Ständigen Impfkommission, eines Paul- Ehrlich- Instituts und des Robert- Koch- Instituts gelaufen ist nicht doch ein wenig Wertigkeit und Sinn beinhaltet?


Nehmen wir an auf der Straße begegnet euch eine gute Fee... meinetwegen ein lustiges Pokemon, welches euch anbietet euer Kind möglicherweise vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen. "Versprechen kann ich nichts, aber im besten Falle funktioniert es und euer Kind hat vielleicht ein längeres Leben, als es ohne mich gehabt hätte und im schlimmsten Falle funktioniert es einfach nicht, weil es nicht der Pit Bull Terrier war, sondern der Dobermann."


Was sagt ihr?


Übrigens habe ich zu diesem Thema auch ein Video gemacht.




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© 2020 Dr. med. Konstantin Wagner